Aktualisiert am 15. September 2026
Haushaltshilfe bei psychischer Erschöpfung und Überlastung: wann die Krankenkasse zahlt
Depression, Burnout und tiefe Erschöpfung sind ernsthafte Erkrankungen, und sie können den Alltag genauso lahmlegen wie ein gebrochenes Bein. Dieser Beitrag erklärt Betroffenen und ihren Familien, wann die Krankenkasse bei psychischer Erschöpfung und Überlastung eine Haushaltshilfe zahlt und wie der Weg dorthin aussieht.
Haushaltshilfe bei psychischer Erschöpfung: die Voraussetzungen
Für die Krankenkasse zählt nicht, ob eine Krankheit sichtbar ist. Sie prüft dieselben Punkte wie bei jeder anderen Erkrankung nach § 38 SGB V:
- Eine Ärztin oder ein Arzt stellt fest, dass Sie wegen einer Krankheit den Haushalt nicht weiterführen können.
- Niemand sonst in Ihrem Haushalt kann diese Aufgaben übernehmen.
Überlastung allein, ohne ärztlich festgestellte Erkrankung, reicht dafür nicht. Wenn Sie merken, dass nichts mehr geht, ist der erste Schritt deshalb ein Termin in der Praxis. Nicht für den Antrag, sondern für Sie.
Während einer stationären Behandlung oder Reha
Sind Sie in einer Klinik oder in einer Reha, bleibt zu Hause oft ein Haushalt mit Kindern zurück. Lebt dort ein Kind unter 12 Jahren oder ein behindertes, auf Hilfe angewiesenes Kind, kann die Kasse eine Haushaltshilfe zahlen, sofern niemand sonst im Haushalt einspringen kann.
Zu Hause, wenn es akut schlechter wird
Auch ohne Klinikaufenthalt ist Hilfe möglich, wenn eine schwere Krankheit vorliegt oder sich eine Erkrankung akut verschlimmert. Ohne Kind im Haushalt zahlt die Kasse dann längstens 4 Wochen, mit Kind unter 12 Jahren längstens 26 Wochen. Ist bei Ihnen Pflegegrad 2 bis 5 anerkannt, gilt dieser Anspruch nicht.
Die Bescheinigung: was darin stehen sollte
Ausstellen kann sie Ihre Hausärztin, eine psychiatrische Praxis oder die Klinik. Bei psychischen Erkrankungen ist eine Beschreibung des Alltags besonders wichtig, weil die Kasse die Einschränkung nicht auf einem Röntgenbild sieht.
Sagen Sie in der Praxis offen, was gerade nicht gelingt, auch wenn es sich unangenehm anfühlt:
- Einkaufen fällt aus, weil Sie das Haus kaum verlassen.
- Es wird nicht mehr gekocht, die Wäsche bleibt liegen.
- Die Kinder werden nicht mehr verlässlich versorgt.
- Sie schlafen kaum oder kommen morgens nicht aus dem Bett.
Das ist keine Selbstanklage. Es ist die Information, die Ihre Ärztin braucht, um die Bescheinigung so zu schreiben, dass die Kasse entscheiden kann.
Über Scham
Es fällt schwer, jemanden in eine Wohnung zu lassen, in der vieles liegen geblieben ist. Eine Haushaltshilfe kommt, weil etwas zu tun ist, nicht um zu bewerten, wie es bei Ihnen aussieht.
Auch die Kasse prüft keine Anstrengung, sondern Voraussetzungen. Und für Einkauf, Kochen oder Wäsche braucht die Haushaltshilfe keine Einzelheiten über Ihre Erkrankung. Wie viel Sie erzählen, entscheiden Sie.
Kosten und Zuzahlung
Ab 18 Jahren zahlen Sie 10 Prozent der Kosten je Kalendertag, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Erreichen Sie mit allen Zuzahlungen die Belastungsgrenze, können Sie sich befreien lassen. Sie liegt bei 2 Prozent der Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Gelten Sie als chronisch krank, liegt sie bei 1 Prozent. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach, ob das auf Sie zutrifft.
Was eine Haushaltshilfe leisten kann und was nicht
Eine Haushaltshilfe bringt Verlässlichkeit in den Tag zurück: Einkauf, Kochen, Wäsche, aufgeräumte Räume, versorgte Kinder, Begleitung zu Terminen. Das kann den Kopf freier machen für die Behandlung.
Eine Therapie ersetzt sie nicht. FamiliaPlus ist auch kein Pflegedienst und übernimmt nichts Medizinisches. In einer akuten Krise wenden Sie sich bitte an Ihre Praxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder im Notfall an den Rettungsdienst.
Bei FamiliaPlus haben Sie eine feste Ansprechpartnerin, und die Kräfte sind fest angestellt. Wir rechnen direkt mit der Krankenkasse ab und übernehmen den Schriftverkehr, damit Sie sich nicht zusätzlich durch Formulare arbeiten müssen. Mehr zu unserem Angebot lesen Sie unter Haushaltshilfe bei psychischer Erkrankung. Die allgemeinen Regeln stehen im Beitrag Wann die Krankenkasse eine Haushaltshilfe übernimmt, und wer nach einer Reha nach Hause kommt, findet Hinweise unter Haushaltshilfe nach der Reha.
Wenn Sie oder ein Angehöriger sich melden möchten, reicht ein kurzer Anruf unter 07032 3753187 oder eine Nachricht über das Kontaktformular. Die Erstberatung ist kostenlos und unverbindlich, und Sie müssen dafür nichts erklären, was Sie nicht erklären möchten.
Häufige Fragen
Zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe bei Depression?
Das ist möglich, wenn ärztlich bescheinigt ist, dass Sie den Haushalt wegen der Erkrankung nicht weiterführen können, und niemand sonst im Haushalt das übernehmen kann. Bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung gilt das ohne Kind längstens 4 Wochen, mit Kind unter 12 Jahren längstens 26 Wochen.
Wer stellt die Bescheinigung aus?
Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt, eine psychiatrische Praxis oder die Klinik. Wichtig ist, dass beschrieben wird, welche Aufgaben im Alltag gerade nicht gelingen.
Gibt es Haushaltshilfe während einer stationären Behandlung oder Reha?
Ja, wenn in Ihrem Haushalt ein Kind unter 12 Jahren oder ein behindertes, auf Hilfe angewiesenes Kind lebt und keine andere Person im Haushalt die Aufgaben übernehmen kann.
Muss die Haushaltshilfe meine Diagnose kennen?
Für Einkauf, Kochen oder Wäsche braucht sie keine Einzelheiten zu Ihrer Erkrankung. Wie viel Sie erzählen, entscheiden Sie.
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Steht Ihnen eine Haushaltshilfe zu?
Wir prüfen es kostenlos und unverbindlich. Anlass, Postleitzahl und Rufnummer genügen für den Anfang.
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