Zum Inhalt springen
FamiliaPlus07032 3753187

Aktualisiert am 15. September 2026

Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt vom Antrag bis zum Bescheid

Kostenlos prüfen lassen07032 3753187

Platzhalter · Foto: Ratgeber

Pflegegrad beantragen, Schritt für Schritt: Dieser Beitrag begleitet Sie vom ersten Anruf bei der Pflegekasse bis zum Bescheid und, falls nötig, zum Widerspruch. Er ist für Menschen, die selbst Hilfe brauchen, und für Angehörige, die den Antrag für jemanden stellen.

Bevor es losgeht: ein ehrlicher Blick

Der Weg zum Pflegegrad ist machbar, aber er kostet Nerven. Es gibt Formulare, Wartezeit und einen Besuch, bei dem eine fremde Person nach sehr persönlichen Dingen fragt. Viele Betroffene zeigen sich an diesem Tag von ihrer besten Seite. Das ist menschlich, führt aber leicht zu einem Gutachten, das den Alltag nicht abbildet. Eine gute Vorbereitung ist deshalb keine Übertreibung. Sie hilft, dass am Ende das Richtige im Gutachten steht.

Pflegegrad beantragen: die Schritte im Überblick

Erster Schritt: den Antrag stellen

Der Antrag geht an die Pflegekasse. Sie ist bei der Krankenkasse angesiedelt. Ein formloser Antrag genügt, auch per Telefon. Bitten Sie um eine kurze schriftliche Bestätigung des Eingangs.

Stellen Sie den Antrag lieber früh als spät. Leistungen gibt es ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde, auch wenn der Bescheid später kommt. Die Pflegekasse schickt Ihnen danach ein Formular für weitere Angaben.

Zweiter Schritt: ein Pflegetagebuch führen

Schreiben Sie über mehrere Tage auf, wobei Hilfe nötig ist. Nicht nur das Offensichtliche, sondern auch das Kleine:

  • Beim Aufstehen stützen, beim Anziehen helfen, an Medikamente erinnern.
  • Nachts aufstehen, weil Unruhe oder Angst da ist.
  • Termine vereinbaren, zum Arzt begleiten, Post erledigen.
  • Wie lange etwas dauert und wie oft es am Tag vorkommt.

Ein Tagebuch hilft Ihnen, im Gespräch nichts zu vergessen. Und es zeigt, wie ein gewöhnlicher Tag aussieht, nicht nur ein guter.

Dritter Schritt: die Begutachtung vorbereiten

Die Begutachtung übernimmt der Medizinische Dienst, bei Privatversicherten Medicproof. Der Termin wird vorher angekündigt.

  • Legen Sie Arztberichte, Entlassbriefe, den Medikamentenplan und das Pflegetagebuch bereit.
  • Sorgen Sie dafür, dass eine vertraute Person dabei ist.
  • Beschreiben Sie den Alltag so, wie er ist. Wenn etwas nur an guten Tagen klappt, sagen Sie das.
  • Sprechen Sie auch Unangenehmes an, etwa Inkontinenz oder Vergesslichkeit.

Vierter Schritt: die sechs Module verstehen

Die Begutachtung prüft, wie selbstständig jemand im Alltag ist. Dafür gibt es sechs Bereiche, die Module:

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Es geht nicht um Diagnosen, sondern darum, was ohne Hilfe noch geht. Wer die Module kennt, kann gezielter erzählen. Mehr zu den Pflegegraden finden Sie auf unserer Seite Pflegegrad.

Fünfter Schritt: auf die Entscheidung warten

Die Pflegekasse muss spätestens 25 Arbeitstage nach Eingang des Antrags entscheiden. Hält sie diese Frist nicht ein und hat sie die Verzögerung zu vertreten, zahlt sie 70 Euro für jede begonnene Woche. Notieren Sie sich deshalb das Eingangsdatum.

Sechster Schritt: den Bescheid prüfen

Im Bescheid stehen der Pflegegrad und der Beginn der Leistungen. Fordern Sie das Gutachten an, wenn es nicht beiliegt. Lesen Sie in Ruhe, ob die Beschreibung zu dem passt, was Sie erleben.

Siebter Schritt: bei Bedarf Widerspruch einlegen

Passt der Pflegegrad nicht, können Sie innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheids Widerspruch einlegen. Zunächst genügt ein kurzes Schreiben, dass Sie widersprechen. Die Begründung kann folgen. Nennen Sie konkret, wo das Gutachten vom Alltag abweicht, und legen Sie das Pflegetagebuch bei. Einen bestimmten Ausgang kann niemand zusagen, eine sachliche Begründung hilft aber.

Unterstützung auf dem Weg

Sie müssen das nicht allein durchstehen. Die Pflegeberatung der Pflegekasse ist kostenlos, auch Pflegestützpunkte helfen beim Antrag und bei der Vorbereitung.

Mit dem Bescheid öffnen sich Leistungen wie der Entlastungsbetrag, ab Pflegegrad 2 auch Pflegegeld und Verhinderungspflege. Einen Überblick gibt der Beitrag Entlastungsleistungen 2026.

FamiliaPlus ist kein Pflegedienst und nicht an der Begutachtung beteiligt. Wir helfen im Haushalt und im Alltag und rechnen diese Hilfe direkt mit der Pflegekasse ab, siehe Haushaltshilfe mit Pflegegrad. In der kostenlosen Erstberatung schauen wir gemeinsam, was nach dem Bescheid möglich ist. Damit aus Unsicherheit ein machbarer Weg wird.

Häufige Fragen

Wie stelle ich den Antrag auf einen Pflegegrad?

Bei der Pflegekasse, die zur Krankenkasse gehört. Ein formloser Antrag reicht, auch telefonisch. Das Datum ist wichtig, weil Leistungen ab dem Monat der Antragstellung gezahlt werden.

Wie lange darf die Pflegekasse für die Entscheidung brauchen?

Spätestens 25 Arbeitstage nach Eingang des Antrags muss die Entscheidung vorliegen. Hat die Pflegekasse eine Verzögerung zu vertreten, zahlt sie 70 Euro für jede begonnene Woche.

Was kann ich tun, wenn der Pflegegrad zu niedrig ausfällt?

Sie können innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheids Widerspruch einlegen. Fordern Sie dafür das Gutachten an und begründen Sie, wo der Alltag anders aussieht als beschrieben.

Passend dazu

Steht Ihnen eine Haushaltshilfe zu?

Wir prüfen es kostenlos und unverbindlich. Anlass, Postleitzahl und Rufnummer genügen für den Anfang.

Anspruch prüfen lassen07032 3753187

Steht mir das zu?

Sagen Sie uns kurz, worum es geht. Wir prüfen kostenlos, ob Ihre Kasse zahlt, und melden uns zurück.

Ihre Angaben nutzen wir nur, um Ihre Anfrage zu beantworten. Mehr dazu in derDatenschutzerklärung.

Lieber sprechen? 07032 3753187, Mo bis Fr, 8 bis 17:30 Uhr.